„Auch wer sich kein eigenes Haus leisten kann, soll Zugang zur Natur haben!“ Als der Leipziger Arzt Dr. Daniel Schreber Anfang des 19. Jahrhunderts diese Forderung aufstellte, sah die Realität freilich noch ganz anders aus. Im Zeitalter der Industrialisierung prägten enge, dunkle Unterkünfte und lange Arbeitstage das Leben der Menschen. Gärten sollten nach Schrebers Vorstellung den Kindern als Spiel- und Turnplatz dienen, um so ihre Gesundheit zu fördern. Wichtig war aber auch der Eigenanbau von Obst und Gemüse. Dies diente einer gesunden Ernährung und schonte die stets knappe Haushaltskasse der Familien. Aus dem ersten Schreberplatz in Leipzig wurden bald die „Schrebergärten“ für die ganze Familie. Besonders beliebt wurden sie in den städtischen Ballungsräumen wie Berlin und dem Ruhrgebiet.