Dahlien gehören mit ihren farbenprächtigen Blüten zu den schönsten Spätsommer- und Herbstblumen. Bis zum ersten Frost sorgen sie für Farbe im Garten, doch die kalte Jahreszeit überstehen sie nicht ohne Schutz. Dahlien sind mehrjährig, aber nicht winterhart. Damit sie im nächsten Jahr wieder austreiben, müssen ihre Knollen in den meisten Regionen Deutschlands ausgegraben und frostfrei gelagert werden. Unter bestimmten Bedingungen ist auch eine Überwinterung ohne Ausgraben möglich. Hier erfährst du, welche Methode sich am besten eignet, wie du Dahlien im Topf überwinterst und welche Fehler du bei der Lagerung vermeiden solltest.
Dahlien im Porträt: Sind sie winterhart und mehrjährig?
Dahlien (Dahlia) gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammen ursprünglich aus Mittelamerika, insbesondere aus Mexiko. Dort wachsen ihre wilden Vorfahren unter klimatischen Bedingungen, die sich deutlich von den mitteleuropäischen Wintern unterscheiden.
Die beliebten Gartenpflanzen sind ausdauernde Stauden, die unterirdische Speicherknollen bilden. Während des Sommers entwickeln sie daraus kräftige Stängel, gefiederte Blätter und je nach Sorte ganz unterschiedliche Blüten. Das Spektrum reicht von kleinen, einfachen Blüten bis zu großen, dicht gefüllten Blütenbällen.
Dahlien sind mehrjährig, aber ihre Knollen vertragen keinen stärkeren Frost. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben im Herbst ab. In den Knollen bleiben jedoch Nährstoffreserven gespeichert, aus denen die Pflanze im folgenden Frühjahr neu austreiben kann.
In Deutschland werden Dahlien deshalb häufig ausgegraben und über den Winter eingelagert. Mit dieser Methode lassen sie sich viele Jahre kultivieren und bei Bedarf durch Teilung vermehren.
Die wichtigsten Eigenschaften auf einen Blick
| Eigenschaft | Dahlien (Dahlia) |
|---|---|
| Lebensdauer | Mehrjährig |
| Winterhärte | Nicht zuverlässig winterhart |
| Überdauerungsorgan | Unterirdische Speicherknollen |
| Ideale Lagertemperatur | Etwa 4 bis 8 °C |
| Lichtbedarf im Winter | Kein Licht während der Knollenruhe erforderlich |
| Geeignete Lagerorte | Frostfreier Keller, kühle Garage, geeigneter Lagerraum |
| Wasserbedarf | Sehr gering, Knollen vor Austrocknung schützen |
| Düngung im Winter | Keine |
| Rückschnitt | Im Herbst auf etwa 10 bis 15 cm |
| Wieder auspflanzen | Meist ab Mitte Mai nach den letzten Frösten |
Wann muss man Dahlien zum Überwintern ausgraben?
Der richtige Zeitpunkt liegt im Herbst, wenn die ersten leichten Nachtfröste die oberirdischen Pflanzenteile geschädigt haben. Die Blätter werden dann dunkel, hängen schlaff herunter und beginnen abzusterben.
Ein leichter Frost an den Blättern ist noch kein Problem, solange die Knollen im Boden geschützt bleiben. Du solltest allerdings nicht warten, bis der Boden stärker durchfriert.
In vielen Regionen Deutschlands liegt der passende Zeitpunkt zwischen Oktober und November. In höheren Lagen kann es schon früher notwendig sein, die Knollen auszugraben.
Am besten gräbst du Dahlien nach dem ersten leichten Frost aus, spätestens aber bevor längerer Bodenfrost einsetzt. Bei angekündigtem starkem Frost solltest du entsprechend früher handeln.
Warum sollte man Dahlien nicht zu früh ausgraben?
Solange die Blätter gesund und grün sind, betreibt die Dahlie Photosynthese und lagert Nährstoffe in ihren Knollen ein. Diese Reserven benötigt sie für den Austrieb im nächsten Frühjahr.
Wenn du die Pflanzen bereits im Spätsommer ausgräbst, obwohl sie noch kräftig wachsen, unterbrichst du diesen Prozess unnötig früh.
Deshalb lohnt es sich, mit dem Ausgraben bis zum natürlichen Ende der Vegetationsperiode zu warten. Sobald die Blätter durch Frost abgestorben sind, kann die Pflanze ohnehin keine weiteren Reservestoffe mehr bilden.
Dahlien richtig überwintern: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die zuverlässigste Methode besteht darin, die Knollen im Herbst auszugraben, zu trocknen und anschließend kühl sowie frostfrei zu lagern. Dafür benötigst du lediglich eine Grabegabel, eine Gartenschere und einen geeigneten Lagerbehälter.
1. Dahlien vor dem Ausgraben zurückschneiden
Wenn die oberirdischen Pflanzenteile nach dem ersten Frost welk geworden sind, kannst du die Stängel einkürzen. Schneide sie mit einer sauberen, scharfen Gartenschere auf etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden zurück.
Ein kurzer Stängelrest erleichtert später das Erkennen der Knollenansätze. Verwende ihn allerdings nicht als Griff, um die Knollen aus dem Boden zu ziehen. Die Verbindung zwischen Stängel und Wurzelhals kann leicht abbrechen.
Entferne außerdem abgestorbene Blätter und Blütenstände. Wenn du mehrere Dahliensorten kultivierst, solltest du sie bereits jetzt beschriften, damit du im Frühjahr die verschiedenen Farben und Wuchsformen wieder zuordnen kannst.
2. Dahlienknollen vorsichtig ausgraben
Verwende möglichst eine Grabegabel statt eines Spatens. Damit verringerst du das Risiko, die fleischigen Speicherknollen zu zerschneiden.
- Stich mit der Grabegabel in ausreichendem Abstand rund um die Pflanze in die Erde.
- Lockere den Boden vorsichtig von mehreren Seiten.
- Hebe den gesamten Knollenstock möglichst vollständig aus der Erde.
- Entferne lose Erde durch vorsichtiges Abschütteln.
- Untersuche die Knollen auf Verletzungen, weiche Stellen oder Fäulnis.
Größere Mengen anhaftender Erde kannst du vorsichtig mit den Händen entfernen. Vermeide es möglichst, die Knollen vor dem Einlagern gründlich mit Wasser abzuwaschen. Zusätzliche Feuchtigkeit kann die anschließende Trocknung erschweren.
3. Dahlienknollen trocknen lassen
Frisch ausgegrabene Dahlienknollen sollten nicht sofort dicht verpackt werden. Häufig sitzt noch Feuchtigkeit zwischen den einzelnen Knollen und in den hohlen Stängelresten.
Lege die Knollenstöcke für einige Tage an einen luftigen, trockenen und frostfreien Platz. Du kannst sie mit den Stängelresten nach unten lagern, damit überschüssiges Wasser aus den hohlen Stängeln abfließen kann.
Die Knollen sollen äußerlich abtrocknen, dürfen aber nicht vollständig austrocknen oder schrumpfen. Vermeide deshalb sehr warme Räume oder die direkte Nähe zu Heizkörpern.
4. Beschädigte Knollen aussortieren
Kontrolliere die Knollen nach dem Trocknen erneut. Gesunde Dahlienknollen fühlen sich fest an und besitzen keine fauligen, matschigen Stellen.
Weiche, stark beschädigte oder bereits faulende Knollen solltest du entfernen. Kleine Verletzungen können nach dem sauberen Ausschneiden der betroffenen Bereiche abtrocknen. Bei umfangreicher Fäulnis ist es besser, den betroffenen Knollenstock nicht einzulagern.
Wichtig ist, dass der Wurzelhals mit den Austriebsknospen erhalten bleibt. Eine einzelne Speicherknolle ohne Verbindung zu einem lebensfähigen Wurzelhals kann normalerweise nicht wieder austreiben.
5. Dahlienknollen richtig einlagern
Für die Überwinterung eignen sich Holzkisten, flache Kunststoffkisten mit Luftöffnungen oder stabile Kartons. Die Behälter sollten nicht luftdicht verschlossen werden.
Lege die Knollen möglichst locker hinein, sodass sie sich nicht gegenseitig stark zusammendrücken. Anschließend kannst du sie mit einem geeigneten Material umgeben, das starke Feuchtigkeitsschwankungen abmildert.
Geeignet sind beispielsweise:
- Lockere, eher trockene Holzspäne
- Trockenes oder bei sehr trockener Raumluft minimal angefeuchtetes Sandmaterial
- Trockenes, lockeres Pflanzsubstrat
- Zerknülltes Zeitungspapier
- Geeignete, lockere Vermiculite
Das Material sollte die Knollen vor übermäßiger Austrocknung schützen, ohne sie nass zu halten. Bei zu hoher Feuchtigkeit besteht Fäulnisgefahr.
6. Den richtigen Lagerraum wählen
Dahlienknollen lagern am besten dunkel, kühl und frostfrei bei ungefähr 4 bis 8 °C. Unter diesen Bedingungen bleiben sie weitgehend in Ruhe und verbrauchen nur wenig von ihren gespeicherten Reservestoffen.
Gut geeignet sind kühle Kellerräume, frostfreie Garagen oder andere unbeheizte Räume mit gleichmäßigen Temperaturen.
Ein beheiztes Wohnzimmer ist dagegen ungeeignet. Die hohen Temperaturen können dazu führen, dass die Knollen vorzeitig austreiben oder zu stark austrocknen.
7. Knollen während des Winters kontrollieren
Auch nach dem Einlagern solltest du deine Dahlien nicht völlig vergessen. Kontrolliere die Knollen ungefähr einmal im Monat.
Achte besonders auf folgende Veränderungen:
- Weiche, matschige Stellen: Können auf Fäulnis hinweisen.
- Starker Schimmelbefall: Deutet häufig auf zu hohe Feuchtigkeit oder schlechte Belüftung hin.
- Runzlige, stark geschrumpfte Knollen: Können ein Zeichen für zu trockene Lagerbedingungen sein.
- Vorzeitiger Austrieb: Tritt häufig bei zu warmer Lagerung auf.
Entferne faulende Knollen sofort, damit sich der Schaden nicht auf benachbarte Knollen ausbreitet. Werden die Knollen stark schrumpelig, kannst du das umgebende Lagermaterial vorsichtig und nur leicht anfeuchten.
Dahlien überwintern ohne Ausgraben: Ist das möglich?
Grundsätzlich können Dahlien auch im Boden überwintern. Allerdings ist diese Methode in Deutschland deutlich unsicherer als das Ausgraben und frostfreie Lagern.
Eine Überwinterung ohne Ausgraben kommt vor allem in wintermilden Regionen mit gut durchlässigen Böden infrage. Besonders in geschützten Gärten können Knollen einen milden Winter überstehen. Bei längerem Bodenfrost oder winterlicher Staunässe besteht jedoch ein erhebliches Risiko, dass sie absterben.
Wann können Dahlien im Beet bleiben?
Die Erfolgsaussichten hängen von mehreren Faktoren ab:
- Wintermildes Klima: In Regionen mit seltenem, schwachem Frost sind die Chancen besser.
- Gut durchlässiger Boden: Sandige und lockere Böden sind günstiger als schwere, nasse Lehmböden.
- Geschützter Standort: Ein windgeschütztes Beet nahe einer Hauswand kann Vorteile bieten.
- Ausreichende Pflanztiefe: Etwas tiefer liegende Knollen sind besser vor kurzfristigem Frost geschützt.
- Wirksamer Winterschutz: Eine dicke Mulchschicht reduziert die Auskühlung des Bodens.
Selbst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, bleibt ein Restrisiko. Ein besonders kalter oder nasser Winter kann die Knollen trotz Schutz zerstören.
Schritt für Schritt: Dahlien im Beet überwintern
Wenn du das Überwintern ohne Ausgraben ausprobieren möchtest, gehe folgendermaßen vor:
- Warte, bis das Laub durch den ersten leichten Frost abgestorben ist.
- Schneide die Stängel auf ungefähr 10 bis 15 Zentimeter zurück.
- Entferne abgestorbene Pflanzenteile von der Erdoberfläche.
- Decke den Bereich über den Knollen mit einer etwa 15 bis 20 Zentimeter dicken Mulchschicht ab.
- Verwende dafür beispielsweise trockenes Laub, Stroh, Rindenmaterial oder lockeren Kompost.
- Schütze den Bereich möglichst vor anhaltender winterlicher Nässe, ohne ihn luftdicht abzudecken.
- Entferne die Schutzschicht im Frühjahr schrittweise, sobald keine stärkeren Fröste mehr zu erwarten sind.
Bei einem Beet mit mehreren Dahlien kannst du die gesamte Pflanzfläche abdecken. Eine zusätzliche Lage Reisig verhindert, dass trockenes Laub vom Wind weggeweht wird.
Welche Risiken hat das Überwintern ohne Ausgraben?
Die größte Gefahr ist nicht ausschließlich Frost. Auch anhaltende Nässe kann die Knollen schädigen. Besonders auf schweren Böden, die im Winter nur langsam abtrocknen, kommt es häufig zu Fäulnis.
Außerdem können Wühlmäuse und andere Tiere an den Knollen fressen. Solche Schäden werden oft erst im Frühjahr sichtbar, wenn die erwarteten Austriebe ausbleiben.
Bei seltenen, wertvollen oder besonders schönen Dahliensorten solltest du deshalb lieber auf die sichere Überwinterung im frostfreien Lagerraum setzen.
Dahlien im Topf überwintern: So funktioniert es
Dahlien lassen sich nicht nur im Gartenbeet, sondern auch im Topf oder Kübel kultivieren. Besonders niedrig wachsende Sorten eignen sich gut für Balkon und Terrasse.
Bei der Überwinterung im Topf hast du einen praktischen Vorteil: Du musst die Knollen nicht unbedingt aus der Erde nehmen. Stattdessen kannst du den gesamten Topf an einen kühlen, frostfreien Ort bringen.
Dahlien direkt im Topf überwintern
Wenn die oberirdischen Pflanzenteile nach dem ersten Frost abgestorben sind, schneidest du die Stängel auf etwa 10 Zentimeter zurück.
Reduziere bereits gegen Ende des Sommers die Wassergaben entsprechend dem nachlassenden Wachstum. Vor dem Einlagern sollte die Erde weitgehend abgetrocknet sein.
Stelle den Topf anschließend an einen dunklen, frostfreien Platz mit Temperaturen von etwa 4 bis 8 °C. Dafür eignet sich beispielsweise ein kühler Keller oder eine frostfreie Garage.
Während der Winterruhe benötigen die Knollen kaum Wasser. Kontrolliere die Erde dennoch gelegentlich. Ist sie über längere Zeit vollständig ausgetrocknet und drohen die Knollen stark zu schrumpfen, kannst du sie leicht anfeuchten.
Wichtig ist, dass der Topf nicht dauerhaft nass bleibt. In feuchter Erde können die Knollen während der Wintermonate faulen.
Dahlien aus dem Kübel nehmen und einlagern
Wenn du wenig Platz im Winterquartier hast, kannst du die Knollen auch aus ihren Töpfen nehmen. Das ist besonders bei großen Kübeln praktisch.
Löse den Wurzelballen vorsichtig aus dem Gefäß und entferne lose Erde. Schneide die Stängel zurück und lasse die Knollen einige Tage an einem trockenen, frostfreien Ort abtrocknen.
Anschließend lagerst du sie wie ausgegrabene Garten-Dahlien in einer Kiste mit geeignetem Füllmaterial.
Können Dahlien im Topf draußen überwintern?
Davon ist in der Regel abzuraten. In einem Topf ist der Wurzelbereich deutlich schlechter gegen Frost geschützt als im Gartenboden.
Selbst wenn du den Kübel mit Jute oder Vlies umwickelst, kann die Erde bei längerem Frost vollständig durchfrieren. Das gilt besonders für kleine Töpfe und Balkonkästen.
Topfdahlien solltest du deshalb grundsätzlich an einem frostfreien Ort überwintern. Dafür genügt ein kühler Kellerraum, sofern die Knollen während ihrer Ruhephase trocken genug stehen.
Dahlien im Keller, in der Garage oder im Gewächshaus überwintern
Nicht jeder Lagerraum bietet dieselben Bedingungen. Für Dahlien ist vor allem wichtig, dass es kühl und frostfrei bleibt und die Knollen weder austrocknen noch faulen.
Dahlien im Keller überwintern
Ein kühler Keller ist meist der beste Lagerort. Temperaturen zwischen 4 und 8 °C sind günstig, weil die Knollen dann nur sehr langsam Stoffwechselreserven verbrauchen.
Ein dunkler Raum ist ausdrücklich geeignet. Da Dahlien im Winter keine Blätter besitzen, benötigen die ruhenden Knollen kein Licht.
Kontrolliere regelmäßig die Luftfeuchtigkeit. In sehr trockenen Kellern können die Knollen schrumpfen, während zu feuchte Räume Schimmelbildung begünstigen.
Dahlien in der Garage überwintern
Eine Garage kommt infrage, wenn sie zuverlässig frostfrei bleibt. Unbeheizte Garagen können bei längerem Frost allerdings stark auskühlen.
Stelle die Lagerkisten möglichst nicht direkt auf einen kalten Betonboden. Eine Holzplatte oder ein Regal schützt vor unnötiger Bodenkälte.
Wenn du nicht sicher bist, ob die Temperatur im Winter über dem Gefrierpunkt bleibt, solltest du einen anderen Lagerraum wählen.
Dahlien im Gewächshaus überwintern
Ein frostfrei beheiztes Gewächshaus kann zur Lagerung der Knollen genutzt werden. Allerdings können sich Gewächshäuser an sonnigen Wintertagen stark erwärmen.
Steigen die Temperaturen regelmäßig deutlich über 10 °C, kann das einen vorzeitigen Austrieb fördern. Ein kühler Keller mit gleichmäßigen Bedingungen ist deshalb häufig besser geeignet.
Ein unbeheiztes Gewächshaus reicht als Frostschutz nicht zuverlässig aus.
Dahlienknollen richtig lagern: Was ist besser, Sand oder Zeitungspapier?
Für die Lagerung von Dahlienknollen werden verschiedene Materialien verwendet. Grundsätzlich sollten sie verhindern, dass die Knollen stark austrocknen, ohne gleichzeitig zu viel Feuchtigkeit zu speichern.
| Material | Vorteile | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Sand | Gleicht Feuchtigkeitsschwankungen aus | Nicht nass verwenden |
| Holzspäne | Locker und gut belüftet | Bei sehr trockener Luft Austrocknung kontrollieren |
| Zeitungspapier | Einfach verfügbar, sauber und leicht | Nicht zu dicht oder feucht einwickeln |
| Lockeres Pflanzsubstrat | Kann Feuchtigkeit etwas puffern | Nur leicht feucht oder trocken verwenden |
| Vermiculite | Locker, leicht und feuchtigkeitsregulierend | Regelmäßig auf Feuchtigkeit prüfen |
Für kleinere Mengen Dahlienknollen reicht oft eine mit Zeitungspapier ausgelegte Kiste. Bei sehr trockener Kellerluft können Sand oder Vermiculite Vorteile bieten.
Wichtiger als das konkrete Lagermaterial sind die richtige Temperatur, eine ausreichende Luftzirkulation und regelmäßige Kontrollen.
Warum werden Dahlienknollen im Winter schrumpelig oder faul?
Auch bei sorgfältiger Lagerung können Probleme auftreten. Meist hängen sie mit der Temperatur oder dem Feuchtigkeitsgehalt des Lagermaterials zusammen.
Dahlienknollen schrumpeln und trocknen aus
Leicht runzlige Knollen sind nicht automatisch abgestorben. Während der Lagerung verlieren sie etwas Feuchtigkeit. Werden sie allerdings stark schrumpelig und fühlen sich sehr leicht an, sind die Bedingungen vermutlich zu trocken.
Kontrolliere zunächst, ob die Knollen noch fest sind. Anschließend kannst du das umgebende Lagermaterial ganz leicht anfeuchten. Vermeide es, die Knollen direkt in Wasser zu legen oder kräftig zu begießen.
Dahlienknollen werden weich und faulen
Weiche, matschige Stellen entstehen häufig durch zu hohe Feuchtigkeit oder Verletzungen, über die Krankheitserreger eindringen können.
Entferne betroffene Knollen sofort. Kleine faulige Bereiche kannst du gegebenenfalls mit einem sauberen Messer bis ins gesunde Gewebe ausschneiden. Anschließend muss die Schnittstelle vollständig abtrocknen.
Ist der gesamte Wurzelhals betroffen, lässt sich der Knollenstock meist nicht mehr retten.
Dahlien treiben im Winter bereits aus
Wenn sich mitten im Winter helle, lange Austriebe entwickeln, ist der Lagerraum häufig zu warm. Stelle die Knollen nach Möglichkeit kühler, aber weiterhin frostfrei.
Sehr lange, schwache Triebe können bei Bedarf entfernt werden, sofern noch gesunde Austriebsknospen vorhanden sind. Besser ist es jedoch, einen vorzeitigen Austrieb durch geeignete Lagertemperaturen zu vermeiden.
Dahlien nach dem Überwintern wieder einpflanzen
Ab März oder April kannst du deine eingelagerten Dahlien auf die neue Gartensaison vorbereiten. Kontrolliere zunächst sämtliche Knollen auf Fäulnis, Austrocknung und sichtbare Austriebsknospen.
Gesunde Knollen besitzen feste Speicherorgane und einen intakten Wurzelhals. Teilweise sind bereits kleine rosa oder grünliche Austriebe erkennbar.
Dahlienknollen im Frühjahr teilen
Wenn ein Knollenstock über die Jahre sehr groß geworden ist, kannst du ihn vor dem Pflanzen teilen. Dadurch erhältst du mehrere eigenständige Pflanzen.
Verwende ein scharfes, sauberes Messer und achte darauf, dass jedes Teilstück mindestens eine gesunde Austriebsknospe am Wurzelhals besitzt.
Einzelne dicke Speicherknollen ohne Austriebsknospe sind in der Regel nicht vermehrungsfähig. Deshalb solltest du die Knollen nicht wahllos voneinander trennen.
Lasse größere Schnittflächen vor dem Einpflanzen etwas abtrocknen.
Dahlien im Frühjahr vortreiben
Wenn du möchtest, dass deine Dahlien besonders früh blühen, kannst du sie ab März oder April im Haus oder Gewächshaus vortreiben.
- Setze die Knollen in einen ausreichend großen Topf mit lockerer Blumenerde.
- Bedecke den Wurzelhals nur mit wenigen Zentimetern Erde.
- Stelle den Topf an einen hellen, frostfreien Platz mit etwa 12 bis 18 °C.
- Gieße anfangs nur sparsam, bis die ersten Triebe erscheinen.
- Erhöhe die Wassergaben mit zunehmendem Wachstum.
- Gewöhne die Pflanzen vor dem Auspflanzen langsam an die Außenbedingungen.
Vorgezogene Dahlien entwickeln bereits vor dem Auspflanzen kräftige Triebe und beginnen häufig früher zu blühen.
Wann dürfen Dahlien wieder ins Freie?
Dahlien sind frostempfindlich und sollten deshalb erst nach den letzten Nachtfrösten dauerhaft ins Freie. In vielen Regionen Deutschlands ist Mitte Mai nach den Eisheiligen ein guter Orientierungspunkt.
Die Knollen kannst du in frostfreien, bereits erwärmten Boden setzen. Vorgezogene Pflanzen müssen sich zunächst an Wind und direkte Sonneneinstrahlung gewöhnen.
Wähle für Dahlien einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden. Größere Sorten benötigen ausreichend Platz und gegebenenfalls eine stabile Stütze.
Die häufigsten Fehler beim Dahlien überwintern
Viele Dahlien gehen nicht durch den ersten leichten Frost verloren, sondern durch ungünstige Bedingungen während der Lagerung. Besonders Feuchtigkeit und zu hohe Temperaturen können Probleme verursachen.
- Knollen zu spät ausgraben: Stärkerer Bodenfrost kann die Speicherorgane zerstören.
- Knollen beim Ausgraben verletzen: Beschädigungen erhöhen das Risiko für Fäulnis.
- Zu feucht einlagern: Nasse Knollen beginnen leicht zu faulen.
- Zu trocken lagern: Bei geringer Luftfeuchtigkeit können die Knollen stark schrumpfen.
- Zu warm überwintern: Hohe Temperaturen fördern einen vorzeitigen Austrieb.
- Frostfreie Lagerung nicht kontrollieren: Auch Garagen und Gartenhäuser können im Winter durchfrieren.
- Knollen nicht regelmäßig überprüfen: Fäulnis kann sich unbemerkt auf benachbarte Knollen ausbreiten.
- Zu früh auspflanzen: Junge Dahlientriebe werden bereits durch leichten Frost geschädigt.
Wenn du diese Fehler vermeidest, kannst du deine Dahlien über viele Jahre behalten. Besonders kräftige, gesunde Knollen bilden im Frühjahr schnell neue Triebe und entwickeln im Sommer wieder zahlreiche Blüten.
Lohnt es sich, Dahlien jedes Jahr auszugraben?
Das jährliche Ausgraben kostet etwas Zeit, ist aber in den meisten Regionen Deutschlands die sicherste Methode. Du kannst die Knollen während des Winters kontrollieren, beschädigte Teile entfernen und größere Knollenstöcke im Frühjahr teilen.
Eine Überwinterung ohne Ausgraben spart zwar Arbeit, ist aber mit einem höheren Verlustrisiko verbunden. Besonders auf schweren, feuchten Böden solltest du darauf verzichten.
Wenn du deine Dahliensorten zuverlässig erhalten möchtest, ist die frostfreie Lagerung der Knollen die beste Wahl. Bei gewöhnlichen, leicht ersetzbaren Sorten kannst du in einem milden Garten dagegen ausprobieren, ob sie mit gutem Winterschutz auch im Beet überleben.
