Ob drinnen auf der Fensterbank oder draußen im Gartenbeet – Kräuter sind recht genügsam. Wichtig ist nur: Sie stehen gerne hell, aber nicht unbedingt in der prallen Mittagssonne. Vor allem empfindliche Sorten wie Basilikum kippen euch schneller aus den Latschen, als ihr „Pesto“ sagen könnt, wenn die Sonne sie zu sehr grillt. Ich persönlich liebe Hochbeete für Kräuter, weil ich dann nicht ständig auf dem Boden rumkriechen muss, um Blättchen zu zupfen. Aber Tontöpfe oder sogar alte Weinkisten tun es genauso. Hauptsache, ihr achtet auf Abflusslöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Ein nasser Fuß mag selten einer von uns – die Kräuter schon gar nicht!
Gießen, schneiden, streicheln (ja, wirklich!)
Kräuter zu pflegen ist simpler, als viele denken. Regelmäßig gießen, aber nicht ertränken. Ab und zu etwas Dünger – da empfiehlt sich wieder mein Kompost, die Allzweckwaffe. Schneidet eure Kräuter regelmäßig zurück. Das fördert buschiges Wachstum und verhindert, dass sie zu schnell in Blüte gehen und bitter werden. Und jetzt kommt mein Geheimtipp: Ich streiche gerne mit der Hand über meine Kräuter, um deren Duft freizusetzen. Das macht richtig Laune, vor allem bei Rosmarin und Thymian. Nicht nur, dass die Pflanze sich an meine Hand gewöhnt (ja, ich tue mal so, als würden wir kuscheln) – es riecht auch fantastisch!
Jede Jahreszeit hat ihren Star
Im Frühjahr lege ich oft los mit Petersilie, Schnittlauch und Kresse – alles Kandidaten, die schnell wachsen und sich auch auf der Fensterbank wohlfühlen. Im Sommer sind Basilikum, Rosmarin, Oregano und Thymian dran. Das ist meine persönliche Pesto-Formation, perfekt für Pasta, Pizza und Co.
Im Herbst werden viele Kräuter dann holziger, etwa Salbei und Rosmarin. Die halten es sogar im Winter draußen aus, wenn es nicht zu frostig wird. Mein Tipp: Legt euch einen kleinen Vorrat an, indem ihr einige Kräuter abschneidet und trocknet oder einfriert. Dann habt ihr auch im Winter eine kleine Geschmacksbombe für eure Gerichte parat.
Schädlinge? Mit Duft und Hausmitteln dagegen
Natürlich bleiben auch Kräuter nicht von Schädlingen verschont. Aber bevor ihr in Panik verfallt und chemische Keulen schwingt, probiert lieber Hausmittel aus. Seifenlauge oder Brennnesselsud sind wahre Wunderwaffen gegen Blattläuse. Und gegen Schnecken helfen Schneckenzäune, Schneckenkorn (biologisch, bitte!) oder die nächtliche Schneckenjagd mit der Taschenlampe. Ja, ich rede aus Erfahrung. Manchmal hilft auch eine Mischkultur. Stellt stark duftende Kräuter wie Lavendel oder Minze neben empfindlichere Sorten. Oft werden die Schädlinge von den intensiven Gerüchen verunsichert und machen sich vom Acker.
Kräuter für die Seele – und den Magen
Kurz gesagt: Mit Kräutern habt ihr das ganze Jahr über eine kleine Wellnessoase in der Küche. Sie sind pflegeleicht, duften herrlich und peppen jedes Gericht auf. Und ganz nebenbei verschönern sie auch noch Balkon oder Garten. Seid mutig und probiert verschiedene Sorten aus, die eure Nase und euren Gaumen verführen.
Also, worauf wartet ihr noch? Schafft euch eure eigene kleine Kräuterwelt! Ob auf der Fensterbank, im Gartenbeet oder in alten Gummistiefeln, spielt keine Rolle. Hauptsache, ihr habt Spaß dabei – denn genau das ist es, was Gärtnern für mich ausmacht.
